Private Versicherungen für Auszubildende und Berufsstarter*innen.

Welche Versicherung sollte ich abschließen, auf welche Versicherung kann ich gut verzichten?


Sehr wichtig

  • Haftpflichtversicherung: Eine private Haftpflichtversicherung ist dringend erforderlich, denn sie kommt dann zur Geltung, wenn du an Gegenständen oder Personen unbeabsichtigt einen Schaden verübst, z.B. Kaffeeflecken auf dem Teppich der Freundin oder eine zerbrochene Fensterscheibe beim Nachbarn. Wenn du nicht versichert bist, haftest du sogar im schlimmsten Fall bei einem Unfall unbegrenzt für Personenschäden - das kann schnell in die Millionen gehen. Als Azubi oder auch als Studierende*r solltest du zunächst prüfen, ob du während der Ausbildung noch über deine Eltern versichert bist. Das ist in der Regel der Fall, wenn deine Eltern selbst eine Privathaftpflichtversicherung haben und es deine erste Ausbildung ist. Als Deckungssumme je Versicherungsfall solltest du mindestens fünf Millionen Euro wählen. Für alleinstehende Azubis gibt es Versicherungsverträge schon für ca. 50€ im Jahr, Versicherungsvergleiche sind hier sehr zu empfehlen!
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist grundsätzlich für jeden sinnvoll, der/die auf ein regelmäßiges Arbeitseinkommen angewiesen ist. Wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kannst, bekommst du jeden Monat einen festen Betrag von der Versicherung. Ohne Berufsunfähigkeitsversicherung hättest du dann ein riesengroßes Problem, weil die Gesetzliche Rentenversicherung nur bei einer vollständigen Erwerbsunfähigkeit zahlt, also wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht einmal mehr drei Stunden täglich irgendeiner Arbeit nachgehen kannst. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte so früh wie möglich abgeschlossen werden, weil ein junger Mensch in der Regel einen günstigeren Versicherungsvertrag bekommt, wenn er noch nicht an dauerhaften Sportverletzungen, Rückenbeschwerden oder anderen gesundheitlichen Einschränkungen leidet.

Vielleicht wichtig

  • Private Unfallversicherung: Die private Unfallversicherung kann eine gute Ergänzung sein, denn die Gesetzliche Unfallversicherung greift ja nur bei Unfällen während der Arbeit und auf dem Weg dorthin, nicht aber bei Unfällen in deiner Freizeit. Die private Unfallversicherung zahlt aber nur dann, wenn du nach einem Unfall dauerhaft körperlich beeinträchtigt bist. Sie zahlt nicht, wenn eine Verletzung komplett ausgeheilt werden kann. Deshalb macht diese Versicherung nur Sinn für dich, wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung aus irgendeinem Grund für dich nicht möglich ist.
  • Kfz-Versicherung: Jedes Fahrzeug muss mindestens haftpflichtversichert sein. Damit sind die Schäden abgesichert, die du mit deinem Fahrzeug bei einem Unfall anderen Personen oder auch Gegenständen zufügst. Da Fahranfänger*innen statistisch die meisten Unfälle verursachen, ist für diese Risikogruppe die Versicherung auch am teuersten. Vielleicht können deine Eltern dein Auto aber auch als Zweitwagen anmelden, dann ist die Versicherungssumme deutlich geringer. Zusätzlich kannst du für dein Fahrzeug eine Voll- oder Teil­kas­ko­ver­si­che­rung abschließen: Bei Vollkasko werden die Schäden des Unfallgegners, aber auch die Schäden am eigenen Auto bezahlt. Eine Vollkaskoversicherung ist sinnvoll, wenn du einen Neuwagen oder ein Auto auf Kredit gekauft hast. Bei der Teilkaskoversicherung werden die Schäden des Unfallgegners abgedeckt, wenn du selbst einen Unfall verursacht hast. An deinem Fahrzeug sind dann z.B. folgenden Schäden versichert: Glasbruch, Wildunfälle, Elementarschäden oder Diebstahl. Für andere Schäden an deinem Fahrzeug musst du dann persönlich aufkommen.
  • Auslandskrankenversicherung: Die Auslandskrankenversicherung übernimmt Kosten für Behandlungen beim Arzt sowie Kosten für Operationen oder Medikamente, die bei einer Reise ins Ausland enstehen können und von deiner gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen werden. Ganz wichtig: Die private Auslandskrankenversicherung kommt auch für die Kosten eines Rücktransports nach Deutschland auf. Eine Auslandskrankenversicherung ist nur dann sinnvoll, wenn du ins Ausland reist und dort keinen Versicherungsschutz hast. Du solltest also zunächst bei deiner Krankenkasse nachfragen. Kläre auch, ob ggf. ein Versicherungsschutz über deine Eltern besteht. Wer ins Ausland reist, bekommt übrigens schon für unter 10 Euro im Jahr den notwendigen Kran­ken­ver­si­che­rungsschutz.

Nicht so wichtig

  • Hausratversicherung: Mit der Hausratversicherung sicherst du alles ab, was sich in deinem Haushalt (Wohnung, Keller...) befindet, z.B. Möbel, Kleidung, Computer oder auch dein Fahrrad. Die Hausratversicherung versichert unter anderem gegen Feuer, Blitzschlag, Einbruch, Vandalismus oder Wasserschäden. Der Versicherungsbeitrag hängt davon ab, wie hoch die Versicherungssumme ist, also der Wert aller versicherten Gegenstände. Damit du im Schadensfall auch wirklich entschädigt wirst, musst du den Wert möglichst genau bestimmen und durch Fotos, Videos oder Quittungen belegen können. Solange du noch bei deinen Eltern wohnst, sind deine Sachen über deren Versicherungsvertrag mitversichert.
  • Rechtsschutzversicherung: Eine Rechtschutzversicherung übernimmt im Fall einer Streitigkeit unter anderem Anwaltskosten und Gerichtsgebühren. Sie zahlt aber nur für Streitigkeiten, die im Vertrag exakt festgelegt sind. Du musst also sehr gut überlegen, ob das für dich sinnvoll ist, zumal du z.B. als Mitglied in einem Mieterverein automatisch gegen Mietstreit oder als Gewerkschaftsmitglied automatisch gegen Verfahren im Arbeitsrecht versichert bist. Und mit der wichtigen Haftpflichversicherung hast du bereits viele Schadensrisiken abgedeckt. Kläre im Zweifelsfall auch, ob deine Eltern eine Rechtschutzversicherung haben, die dich dann in der Regel bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres einschließt.

 

Bei allen privaten Versicherungen gilt: Es gibt unendlich viele Anbieter und Tarife. Und es gibt viele weitere Versicherungen, die je nach Lebenssituation für dich mehr oder weniger wichtig sein könnten. Mit unserem Linktipp unten kannst du dich noch gründlicher informieren. Die präzise Auswahl für deine individuelle Lebenslage ist zwar etwas mühsam und kompliziert, lohnt sich aber unterm Strich. Nutze unbedingt auch die zahlreichen Vergleichsportale im Internet, um dir einen Überblick über Kosten und Leistungen der Versicherungen zu verschaffen.


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