Image
Junge an Bohrmaschine
09.09.2021

Vier offene Ausbildungsstellen pro Bewerber.

Das neue Ausbildungsjahr ist gestartet. Doch weiterhin bestehen gute Chancen, in der Osnabrücker Region eine Ausbildungsstelle zu finden. Kurzfristig könnten so noch einige Ausbildungsverträge geschlossen werden. Mittel- bis langfristig droht den Betrieben indes eine Nachwuchslücke.

Seit dem 1. August bereits sind viele Azubis des neuen Jahrgangs aktiv. Zeitgleich suchen einige andere junge Menschen weiter nach einer passenden Ausbildungsstelle. Ende August traf dies in der Region noch auf insgesamt 292 junge Männer und Frauen von den bislang für dieses Ausbildungsjahr 2.500 gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern zu. Statistisch betrachtet stehen die Chancen gut, die Suche erfolgreich zu gestalten, waren doch Ende August von den bislang gemeldeten 4.311 Ausbildungsplätzen 1.179 noch nicht abschließend besetzt. Bezogen auf die gesamte Region standen folglich jedem Suchenden noch vier Ausbildungsstellen gegenüber.  

Bewerberengpässe vor allem im Landkreis.

„Das Ausbildungsjahr unter Corona-Bedingungen hat bislang einen deutlichen Bewerberschwund gebracht, der Rückgang liegt bei gut 15 Prozent“, konstatiert Christiane Fern, Leiterin der Osnabrücker Arbeitsagentur. „Das ist natürlich von Branche zu Branche sehr unterschiedlich. In vielen Handwerksberufen sieht es recht gut aus, da gibt es viele Vertragsschlüsse. In den Bereichen, die vom Shutdown stark betroffen waren, also Gastronomie und Tourismus, ist die Not schon größer.“ Darüber hinaus variiert die Stellen-Bewerber-Relation auch stark zwischen Stadt und Landkreis. Während in der Stadt Ende August 2,9 offene Stellen auf jeden unversorgten Bewerber kamen, war die Relation in den Geschäftsstellenbezirken deutlich höher: in Bersenbrück bei 5,5, in Georgsmarienhütte bei 5,8 und in Melle gar bei 7,7.

„Hier kommt das Thema Mobilität ins Spiel“, so Fern. „Jemand, der in der Stadt vielleicht ohne Erfolg gesucht hat, hätte beispielsweise im Südkreis größere Chancen. Der Weg zu Arbeit und Berufsschule muss aber letzten Endes zu bewältigen sein. Jede Unterstützung ist da hilfreich.“

2025 droht in Niedersachsen die Nachwuchslücke.

Dass Arbeitgeber in der Region unablässig Fachkräfte benötigen, zeige sich nicht nur an der trotz Corona fast unverändert hohen Ausbildungsbereitschaft, sondern auch an der zuletzt rekordverdächtig großen Zahl gemeldeter Arbeitsstellen (Stand August: 7.449), von denen drei Viertel mindestens auf Fachkräfteniveau angesiedelt sind. Die Gefahr für die Betriebe, am Ende ohne ausgebildete Kräfte dazustehen, könnte in den kommenden Jahren wachsen.

Derzeit kann einer Berechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge der Nachwuchs in Niedersachsen diejenigen zahlentechnisch ersetzen, die aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Im Jahr 2025 drohe aber schon eine Lücke von 5.000 Personen, prognostiziert das IAB. Fern: „Wir müssen alle Potentiale in der Jugend mobilisieren, um auch künftig die Bedarfe decken zu können. Aber, wie der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit letzte Woche schon angedeutet hat: Wir werden langfristig nicht ohne Fachkräfte aus dem Ausland zurechtkommen.“ 

Chancen jetzt noch ergreifen.

Den jungen Leuten, die sich aktuell noch für eine Ausbildung interessieren, rät die Expertin, in den Bemühungen nicht nachzulassen. „Bleibt am Ball und bewerbt euch weiter“, appelliert Fern. „Meldet euch bei unserer Berufsberatung! Wir werden alles in die Waagschale werfen und gemeinsam mit euch eine gute Lösung für eure Situation finden.“

 

Kontaktmöglichkeiten zur Berufsberatung:

E-Mail: Berufsberatung-Osnabrueck@arbeitsagentur.de

Tel. (regionale Rufnummer der Berufsberatung): 0541 980 200

Tel. (zentrale Service-Hotline): 0 800 4555 500