Gruppenbild
22.11.2022

Berufsorientierung mal ganz praktisch.

Jugendliche konnten im Trainingszentrum der Handwerkskammer jetzt selbst testen, ob eine Ausbildung im Handwerk für sie infrage kommt  –  finanziert von Arbeitsagentur, Stadt und Landkreis.

Feilen, bohren, drehen, Gewinde schneiden – so oder ähnlich gestalteten sich die Tätigkeiten, die rund 100 Jugendliche eine Woche lang im Bildungszentrum der Osnabrücker Handwerkskammer absolvierten. Auch schweißen und löten war möglich, denn die Schülerinnen und Schüler konnten in unterschiedlichste Gewerke reinschnuppern. Möglich machte dies eine vertiefte Berufsorientierungsmaßnahme, die gemeinsam von der Agentur für Arbeit Osnabrück sowie vom Landkreis und der Stadt finanziert wurde.

Knapp 50.000 Euro investierten die beteiligten Institutionen, um auf wichtige Handwerksausbildungen wie z.B. den Feinmechaniker oder den Anlagenmechaniker aufmerksam zu machen. Innerhalb von zehn Jahren schleusten die Beteiligten insgesamt rund 600 Schülerinnen und Schüler durch das Bildungszentrum, das sich in dieser Zeit stets als verlässlicher Partner erwies. Doch in diesem Jahr erreichte das Projekt eine Rekordzahl an Teilnehmern. Drei Schulen hatten das Praxisangebot angefragt, zwei aus dem Landkreis (Hauptschule Bramsche, Alexanderschule Wallenhorst) sowie die Gesamtschule des Osnabrücker Stadtteils Schinkel. Bei größeren Kapazitäten hätten es auch mehr sein können. Doch die 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bildungszentrums waren auch so bereits gut ausgelastet. Die Kosten entstünden vor allem durch den großen Personaleinsatz, aber es würden für die Teilnehmer auch diverse Materialien und Schutzkleidung benötigt, so Malte Kampmeyer, Bereichsleiter der Arbeitsagentur.

Claus-Dominik Wedeking, Leiter des Bildungszentrums, erläuterte, die Jugendlichen sollten sehen, dass das alte Bild von der schmutzigen Baustelle nicht mehr stimmig sei. Vielmehr seien weite Teile des Handwerks inzwischen hochtechnisiert und digitalisiert. Die Schnupperwoche solle Begeisterung wecken, hieß es unisono bei den Verantwortlichen. Denn es würden qualifizierte Handwerker gebraucht, die richtig „Bock auf den Beruf“ mitbrächten. Denn nur mit handwerklichen Fachkräften seien gesellschaftlich wichtige Ziele wie die Energiewende zu schaffen. Ob auf dieses Ziel hin im Rahmen der Schnupperwoche ein weiterer Schritt gegangen sein sollte, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Immerhin habe es den meisten Jugendlichen Spaß gemacht und es sei (O-Ton!) „zehnmal besser als Unterricht“ gewesen.

Kontakt zur Berufsberatung der Agentur für Arbeit: Johannistorwall 56, 49080 Osnabrück, Telefonhotline: 0541 980 200 oder 0800 4 5555 00, E-Mail: berufsberatung-osnabrueck@arbeitsagentur.de, Web: www.arbeitsagentur.de/Kontakt

 

Bildunterschrift

Sorgten für eine rundum gelungene Schnupperwoche: Das Team des Bildungszentrums und die „Finanziers“ der Maßnahme. Im Bild deren jeweilige Vertreter – Malte Kampmeyer (5.v.r., Bereichsleiter der Agentur für Arbeit Osnabrück), Elisabeth Jostes (6.v.l., Teamleiterin Jugendsozialarbeit der Stadt Osnabrück) sowie Susanne Steininger (3.v.r., Bereichsleiterin „Übergangsmanagement Schule - Beruf“ des Landkreises Osnabrück).