Über das Interesse der Unternehmen und angehenden Azubis freuten sich (v.li.): Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter, Melles Bürgermeisterin Jutta Dettmann, Florian Weßling, Wirtschaftsförderung Melle, Anja Stolte, stellvertretende Schulleiterin BBS Melle, Kerstin Hüls, Servicestelle Schule-Wirtschaft MaßArbeit, MaßArbeit-Vorstand Lars Hellmers, und Fabian Niemüller, Fachdienst Schulen der Gemeinde Bissendorf .
14.04.2026

Mehr als 100 Ausbildungsberufe zum Anfassen.

B.O.P. in Melle brachte 750 Jugendliche mit Unternehmen zusammen.


„Bei unserer erfolgreichen Veranstaltung bringen wir Schülerinnen und Schüler frühzeitig mit Unternehmen aus der Region zusammen. Aus diesem Erstkontakt kann sich die Idee für einen möglichen Beruf in einem Praktikum konkretisieren. Und manchmal resultiert daraus dann sogar ein Ausbildungsvertrag“, betonte MaßArbeit-Vorstand Lars Hellmers die Vorteile des Berufsorientierungsparcours B.O.P. 

Zum 12. Mal waren die Berufsbildenden Schulen (BBS) in Melle Gastgeber für 750 Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen aller weiterführenden Schulen aus Melle und dem benachbarten Bissendorf. 52 Unternehmen aus der Region hatten in der BBS kleine Info-Stände aufgebaut, an denen sie ihre mehr als 100 Ausbildungsberufe präsentierten. 

Besonders am B.O.P. sind drei Elemente: Die Unternehmen bringen aktuelle Azubis mit, damit Gespräche mit den Schülern „auf Augenhöhe“ geführt werden können. Außerdem überlegen sich alle Betriebe eine Arbeitsprobe oder Mitmachaktion, die den Jugendlichen einen kleinen Einblick in den jeweiligen Ausbildungsberuf gewährt. Drittes Element ist das Laufbuch, das alle Schülerinnen und Schüler an die Hand bekommen, um sich auf den Tag vorzubereiten und ihn strukturiert und konstruktiv für sich zu nutzen. 

„Die Arbeit mit dem Laufbuch wird im Unterricht vorbereitet und geübt. Wir kooperieren sehr eng mit den Schulen“, unterstrich Kerstin Hüls, Mitglied des Orga-Teams von der Servicestelle Schule-Wirtschaft bei der MaßArbeit. Alle Berufe, in denen die teilnehmenden Unternehmen ausbilden, sind im Laufbuch den jeweiligen Betrieben und Branchen zugeordnet, sodass die Jugendlichen gezielt ihre Gesprächspartner für den Vormittag aussuchen können. Über sechs unterschiedliche Berufe verschiedener Berufsfelder müssen sich die Jugendlichen informieren: Welchen Schulabschluss brauche ich für den Beruf? Was sind dessen Hauptaufgaben? Wie ist die Arbeitsprobe gelungen? Hat sie mir Spaß gemacht? 

Gerade für die handwerklichen Berufe hatten sich die Unternehmensvertreter interessante Arbeitsproben ausgedacht: Bei der SBS Kühltechnik mit Sitz in Melle konnten Multiwerkzeuge (z.B. zur Fahrradreparatur) montiert werden, Metallverarbeiter Gla-Wel hatte Rohlinge vorbereitet, aus denen die Schülerinnen und Schüler eine Spardose formen konnten. „Ich wusste gar nicht, dass ich sowas kann“, sagte die 14-jährige Lea erstaunt, als sie ihr fertiges Spardosen-Haus in der Hand hielt. „Eigentlich wollte ich mich für ein Praktikum in einer Kita bewerben. Jetzt mache ich das bei Gla-Wel.“ 

Wichtig für beide Seiten: Der Austausch von Kontaktdaten nach dem ersten „Beschnuppern“. Darum enthält das Laufbuch Vorlagen für Visitenkarten, die die Schülerinnen und Schüler den Unternehmen, die sie interessieren, überreichen können. Melles Bürgermeisterin Jutta Dettmann bezeichnete den B.O.P. als einen „Grundpfeiler der Berufsorientierung“: „Die Schülerinnen und Schüler können viele Berufe kennen lernen. Gerade die handwerklichen Berufe werden oft unterschätzt, weil viele nicht wissen, wie anspruchsvoll die sind.“ 

„Wir müssen die Menschen infizieren. Mit einer Idee für ihr späteres Leben“, so formulierte Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter die Idee des Berufsorientierungsparcours. Und die stellvertretende Schulleiterin der BBS, Anja Stolte, ergänzte augenzwinkernd: „In einigen Jahren wird es vielleicht einfacher sein einen guten Anwalt zu finden als einen guten Klempner.“ 

Nicht nur bei der Durchführung, sondern auch bei der Vorbereitung des B.O.P. arbeiten die Schulen, die Gemeinden und die Ideengeberin Maß-Arbeit eng zusammen und im Team wird regelmäßig überlegt, wie man das Format noch verbessern könnte. „In diesem Jahr haben wir den Abend der Ausbildung, an dem sich die Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren Eltern bei den Unternehmen informieren können, verlegt: vom Vorabend des B.O.P. auf denselben Abend“, sagte Kerstin Hüls. Grund dafür sei, dass die am Vormittag geknüpften Kontakte dann am Abend mit den Eltern intensiviert werden könnten. „Am Vormittag geht es primär um Praktika, abends dann um Ausbildungsplätze“, erklärte MaßArbeit-Vorstand Hellmers das Konzept. 

Zum ersten Mal beim B.O.P. dabei war die Firma Flex-Punkt Druckformen aus Wellingholzhausen. „Wir bilden Mediengestalter und Anlagenführer aus“, berichtete Geschäftsführer Vadim Becker, der seine Auszubildende Leni Westerheide mitgebracht hat. „Wir sind schon gespannt auf heute Abend, wenn die Jugendlichen mit ihren Eltern kommen“, so Becker. „Vielleicht finden wir ja einen Anlagenführer-Azubi, dafür bekommen wir in der Regel weniger Bewerbungen als für die Mediengestalter-Ausbildung.“ 


Bildunterschrift: Über das Interesse der Unternehmen und angehenden Azubis freuten sich (v.li.): Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter, Melles Bürgermeisterin Jutta Dettmann, Florian Weßling, Wirtschaftsförderung Melle, Anja Stolte, stellvertretende Schulleiterin BBS Melle, Kerstin Hüls, Servicestelle Schule-Wirtschaft MaßArbeit, MaßArbeit-Vorstand Lars Hellmers, und Fabian Niemüller, Fachdienst Schulen der Gemeinde Bissendorf. 

Foto: Uwe Lewandowski / MaßArbeit