Gemeinsam Zukunft gestalten
"Die Entscheidung treffen die jungen Menschen selbst"
Kooperation zwischen Wilhelm-Busch-Schule und HpH wird sichtbar gemacht.
Die Zusammenarbeit besteht seit Jahren – doch jetzt wird sie offiziell hervorgehoben: Die Wilhelm-Busch-Schule Bramsche und die Bersenbrücker Gemeinnützige Werkstätten der HpH (Heilpädagogische Hilfe Bersenbrück) haben ihre bewährte Kooperation im Bereich der Berufsorientierung in einer gemeinsamen Vereinbarung festgehalten. Ziel ist es, jungen Menschen mit Unterstützungsbedarf den Übergang von der Schule ins Arbeitsleben noch besser zu erleichtern – transparent, verlässlich und praxisnah.
Berufsorientierung mit realen Einblicken
Die Wilhelm-Busch-Schule ist eine staatliche Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung und begleitet ihre Schüler*innen bis zum Ende der Schulpflicht. Danach stehen – je nach individuellen Fähigkeiten – verschiedene Wege offen: ein Arbeitsplatz in einer Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigung, eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt oder sogar eine Ausbildung mit angepassten theoretischen Anforderungen.
Um diese Wege greifbar zu machen, setzt die Schule stark auf praktische Erfahrungen. Hier kommt die Zusammenarbeit mit den Bersenbrücker Gemeinnützigen Werkstätten ins Spiel. Als regionaler Anbieter beruflicher Qualifizierungs- und Arbeitsangebote (Tätigkeiten im beschützten Bereich der Werkstatt oder begleitet in Betrieben auf dem ersten Arbeitsmarkt) ermöglichen sie Einblicke in verschiedene Tätigkeitsbereiche und unterstützen so eine realistische berufliche Orientierung.
Ein zentrales Anliegen beider Partner: Jugendliche sollen Arbeitsbedingungen, Anforderungen und Möglichkeiten nicht nur theoretisch kennenlernen, sondern unmittelbar erleben.
Praxis erleben – von Besichtigungen bis Praktika
Die Kooperation umfasst ein breites Spektrum an Angeboten. Dazu gehören unter anderem:
- Besichtigungen von Einrichtungen, etwa des Berufsbildungsbereichs „Berufliche Orientierung und Bildung“ (BOB)
- Der jährliche „Tag des offenen BOB“, bei dem die Schüler*innen verschiedene Arbeitsbereiche praktisch ausprobieren können
- Praktika, die möglichst im 11. Schuljahr stattfinden und erste berufliche Erfahrungen vermitteln
- Beratung für Eltern, etwa zu Aufnahmeverfahren, Tätigkeitsfeldern oder rechtlichen Rahmenbedingungen
- Unterstützung der Schülerfirma „Flashgroup“, die unter anderem Kiosk, Café, Fahrradwerkstatt, Zeitung, Bücherei und Gartenküche betreibt
Diese Maßnahmen schaffen Orientierung – sowohl für die Jugendlichen als auch für ihre Familien.
Ein fließender Übergang – ohne Verpflichtung
Wichtig ist beiden Partnern: Die Kooperation soll Möglichkeiten eröffnen, nicht vorgeben. Niemand wird zu einem Wechsel in eine Einrichtung der Werkstätten gedrängt. Stattdessen erhalten alle Jugendlichen – gemeinsam mit der Agentur für Arbeit – eine individuelle Beratung zu ihren beruflichen Perspektiven. Die Entscheidung über den weiteren Weg treffen die jungen Menschen selbst.
Für die Wilhelm-Busch-Schule bedeutet die Zusammenarbeit vor allem mehr Praxisnähe im Unterricht und bessere Orientierungsmöglichkeiten. Die Bersenbrücker Gemeinnützigen Werkstätten wiederum lernen frühzeitig mögliche zukünftige Beschäftigte kennen und können den Übergang von der Schule in berufliche Angebote sanft gestalten.

Foto: Isabell Columbus, frühere Schülerin der Wilhelm-Busch-Schule, arbeitet heute im Kiosk-Team der HpH.
Isabell Columbus hat die Wilhelm-Busch-Schule bereits vor einigen Jahren verlassen und ist heute fest im Arbeitsleben angekommen. Die 31-Jährige arbeitet im Küchenteam des Bramscher Bahnhofs (HpH), das in der Haupt- und Realschule in Bramsche einen Kiosk betreibt und kleine Snacks zur Stärkung für zwischendurch verkauft. Frühe Praxiserfahrungen konnte sie bereits während ihrer Schulzeit in der Schülerfirma der Wilhelm-Busch sammeln - beste Voraussetzungen für einen Übergang von der Schule in den Beruf.
Engagement sichtbar machen
Mit der nun öffentlich kommunizierten Vereinbarung wollen beide Einrichtungen ihre langjährige Partnerschaft klar nach außen zeigen. Die Kooperation soll dauerhaft bestehen, regelmäßig überprüft und weiterentwickelt werden. Beide Seiten sind sich einig: Gute Berufsorientierung braucht verlässliche Partner – und echte Einblicke in die Arbeitswelt.
Text und Fotos: Elisabeth Schomaker/HpH.